Rückblicke | 22.02.2010


„Gut gegen Nordwind“ heißt der Roman, aus dem bei der nächsten VollmOnd-Veranstaltung des Hans-Fallada-Klubs Neustrelitz am Sonntag, dem 28. Februar 2010, im Hotel Schlossgarten gelesen wird; und gut gegen jede Art des Winter-Überdrusses soll dieser Abend die Herzen des Publikums wärmen. Dafür sorgen wollen Isolde Wabra und Johannes Stelzhammer. Beide sind als Schauspieler am Landestheater engagiert, und beide haben etwas gemeinsam mit dem Autor des VollmOnd-Romans, Daniel Glattauer: Sie stammen aus Österreich, was ja stets einen besonderen Charme verspricht.

Gut gegen Nordwind“ ist kein gewöhnlicher Roman: Der Leser erlebt einen zufällig in Gang gekommenen e-Mail-Dialog zwischen zwei Menschen, die einander nie begegnet sind. Eigentlich hat die lebhafte Emmi Rothner nur ein Zeitschriftenabo kündigen wollen, doch durch einen Buchstaben zuviel landet ihre Mail bei dem nicht minder sympathischen Leo Leike. Als das Missverständnis aufgeklärt wird, ist der Grundstein gelegt für eine bezaubernde Korrespondenz. In Schutze der Fremdheit und Unverbindlichkeit – denn keiner von ihnen hat Partnersuche im Sinn – werden die beiden einander immer vertrauter. Und stehen irgendwann natürlich doch vor der Frage, ob sie sich einander nicht doch einmal in die Augen sehen wollen.

Von der Anton-Bruckner-Universität ihrer Heimatstadt Linz über Bühnen in Karlsruhe, Bremerhaven, Bautzen, Salzburg, Halle und Berlin als Schauspielerin und Regisseurin sowie einige Film- und Fernsehrollen (unter anderem in Völker Schlöndorffs Film „Die Stille nach dem Schuss“) führte der Weg von Isolde Wabra bis nach Neustrelitz, wo sie unter anderem in der Groteske „Bis dass das Geld uns scheidet – Die Irre von Chaillot“, dem Lustspiel „Guten Rutsch!“ und demnächst in der Shakespeare-Komödie „Wie es euch gefällt“ auf der Bühne steht.

In Linz hat auch Johannes Stelzhammer sein Schauspielstudium absolviert und seither an Bühnen in München, Bautzen, Halle, Berlin sowie bei einem Tourneetheater „ganz Deutschland kennengelernt“. TV- und Film-Rollen übernahm er zum Beispiel in Serien wie „Soko Leipzig“ oder „Polizeiruf 110“ sowie in Dokumentarfilmen. Am Landestheater berührt er zum Beispiel als transsexueller Helmut und George Taboris „Jubiläum“, unterhält als mysteriöser „Oscar“ in der gleichnamigen Komödie und ist als Caliban in Shakespeares „Sturm“ zu erleben.