Rückblicke | 27.08.2009


„Ein Zweipersonenstück, welches in Wirklichkeit ein Einpersonenstück ist, das in Wirklichkeit ein Zweipersonenstück ist“, nannte der Dramatiker Peter Hacks sein „Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ - einen spannenden, vielschichtigen Text, mit dem der Hans-Fallada-Klub Neustrelitz den 260. Geburtstag des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) begeht. Gelesen von der Schauspielerin Karin Hartmann, musikalisch begleitet von Johannes Groh am Violoncello und in Szene gesetzt von Herbert Schwarz, ist das Gespräch“ am 27. August in der Orangerie Neustrelitz und am 30. August im Kavaliershaus auf der Mirower Schlossinsel zu erleben.

Etwas zu sagen hat dabei nur Charlotte von Stein, jene Hofdame, die den Dichter in seinen ersten Weimarer Jahren mit höfischen Umgangsformen vertraut gemacht hatte. Nachdem er heimlich nach Rom abgereist ist, erwehrt sie sich in Hacks' Monolog des Vorwurfs, ihretwegen habe er seine Pflichten als Minister und Dichter preisgegeben. Enttäuschung, Empörung und Faszination verbinden sich in ihrer Bilanz „Er kann gar nichts, das allerdings hervorragend“ - und Erwartung beim Klang des nahenden Posthorns, das womöglich die Überbringung eines Heiratsantrags verheißt ...

Den 1976 uraufgeführten Text zu interpretieren, ist eine reizvolle Aufgabe für Karin Hartmann, die seit mehr als 15 Jahren am Neustrelitzer Theater engagiert ist und zuletzt unter anderem als pragmatische Natalja in „Drei Schwestern“ und als götterversessene Charis in Christoph Schroths „Amphitryon“-Inszenierung begeisterte. Herbert Schwarz, dessen literarisch-musikalische Abende seit vielen Jahren zu Markenzeichen des Hans-Fallada-Klubs wurden, lässt dem sommerlichen Goethe-Abend noch eine Klassiker-Huldigung im November folgen: Zum 50. Jahrestag seines derartigen Debüts erarbeitet der ehemalige Lehrer mit zahlreichen ehemaligen Schülern einen Abend zum 250. Geburtstag von Friedrich Schiller (1759-1805), dem auch – zum 200. - sein erstes Programm gewidmet war. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern sowie den Landkreis Mecklenburg-Strelitz.