Rückblicke | 9.04.2009


Jochen SchmidtZur Lesebühne wird das Gewölbe im Neustrelitzer Hotel Schlossgarten vom Gründonnerstag, dem 9. April, wenn der Hans-Fallada-Klub e. V. dort das zwölfjährige Bestehen seiner VollmOnd-Reihe begeht. Zu Gast ist Berliner Autor Jochen Schmidt, der eben durch die hauptstädtische Kultur der Live-Lesebühnen – als Mitbegründer der „Chaussee der Enthusiasten“ - bekannt wurde. Lakonisch geschilderte Alltäglichkeiten und spitzfindige Pointen machen seine Texte aus; vom Roman „Müller haut uns raus“ bis zu Erzählbänden wie „Triumphgemüse“ und „Meine wichtigsten Körperfunktionen“.

Aus letzterem wird er auch am 9. April in Neustrelitz lesen; vor allem aber gilt der Abend einem Projekt, das von Kritikern als „die abgefahrenste Produktion“ der Saison gefeiert wurde: 2006 hatte Schmidt begonnen, täglich 20 Seiten aus Marcel Prousts monumentalem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zu lesen und seine Gedanken zum Buch sowie seine Erlebnisse während der Lektüre in einem Internet-Tagebuch kundzutun. „Wer Proust schon kennt, wird beschenkt, und die anderen – hoffentlich – verführt, ihn kennen zu lernen“, schrieb dazu die „Frankfurter Rundschau“, und im besten Falle sollte dasselbe für Jochen Schmidt gelten. Dem gewichtigen Buch „Schmidt liest Proust“ ist für den Live-Eindruck eine CD beigelegt; das VollmOnd-Publikum in Neustrelitz kann Schmidt ganz und gar live erleben und für Bleibenderes den Büchertisch der Buchhandlung Wilke in Anspruch nehmen. [Foto: Tim Jockel]