Rückblicke | 11.03.2009


Lyrik und Musik sind bei der nächsten VollmOnd-Veranstaltung des Hans-Fallada-Klubs Neustrelitz zu erleben: Am 11. März 2009 werden der Autor Mario Wirz und die Komponistin Doreen Rother im Hotel Schlossgarten beide Kunstformen vereinen.

Durch eine Veröffentlichung in der Zeitschrift „Das Magazin“ war Doreen Rother, zu Hause in Neuhof bei Wanzka, auf Gedichte des Berliner Autors aufmerksam geworden. Bei manchen hatte sie sofort „eine Szene vor Augen, einen Klang im Ohr“, sagt die Musikerin, die stets auf der Suche ist nach anregenden Texten. „Wenn Lyrik zu formvollendet ist, lässt sie wenig Raum für Musik. Ist sie ein bisschen freier, kann eine Komposition etwas hinzufügen – oder auch entgegensetzen.“ Manchmal ist es eine Grundstimmung, manchmal ein einzelnes Wort, woran die Musik anknüpft.

Wirz' Literatur begegnet Doreen Rothers Ziel, ein Bühnenlibretto zu schreiben, das ausschließlich aus Lyrik besteht. Damit die Musik wesentliche Elemente des Handlungsverlaufs übernimmt, müssen die Gedichte zu einem „dramatischen Gerüst“ taugen. Der Autor war von der Idee sofort angetan und stimmte der Verwendung seiner Texte zu.

Längst hat der aus Marburg stammende Schauspieler, Theaterautor, Erzähler und Lyriker, der seit über 20 Jahren HIV-infiziert ist, sich von Stigma des „Betroffenheitsliteraten“ befreit. Sein Schaffen wird gewürdigt als „poetische Anleitung zum Leben selbst“ (Dorothea von Törne in „Die Welt“). Für die Lesung in Neustrelitz wählte er Gedichte aus den Bänden „Sieben Leben hat die Woche“ und „Sturm vor der Stille“, von denen einzelne auch für das künftige Libretto vorgesehen sind. Die für den VollmOnd-Abend entstandenen Klavierstücke sind keineswegs als gefällige „Untermalung“ gedacht, sondern als eigenständige Kompositionen, die ebenso wie die Texte zur Auseinandersetzung herausfordern. So wünscht es sich auch Doreen Rother: „Wenn wir die Neugier auf unserer Seite haben, sind wir auf den richtigen Weg.“