Rückblicke | 15.09.2008


Zu einem „Bürgermeister-Gipfel“ wird die nächste VollmOnd-Lesung des Hans-Fallada-Klubs Neustrelitz: Schließlich würdigen die Stadt- bzw. Gemeinde-Oberhäupter Andreas Grund (Neustrelitz) und Lutz Teichfischer (Feldberger Seenlandschaft) am Montag, dem 15. September, im Hotel Schlossgarten einen Autor, dem im Mai 1945 für kurze Zeit ebenfalls die politische Verantwortung für seine südmecklenburgische Wahlheimat übertragen worden war. Etwa zwei Monate musste Fallada nach Kriegsende als Feldberger Bürgermeister amtieren.

In seinem literarischen Schaffen gab es da längst auch unglaubliche Begebenheiten über Ziele, „die beschlossen werden und dann nie stattfinden“, wie Andreas Grund herausfand. Dessen Lieblingsstück „Das Groß-Stankmal“ - in dem Band „Das Wunder des Tollatsch“ eine von 15 Geschichten, die der Erzähler in den Jahren 1931/32 als „Tagesschriftstellerei“ für Zeitungen und Zeitschriften schrieb – darf daher an jenem Lese-Abend nicht fehlen. Vor allem seit die Aufsehen erregende Inszenierung „Der Trinker“ in der ehemaligen Strafanstalt Strelitz-Alt, am Entstehungsort des gleichnamigen Romanmanuskripts, aufgeführt wurde, hat Grund sich intensiv mit dem Literaten Fallada beschäftigt. „Damals bei uns daheim“ und „Heute bei uns zu Haus“ gehörten in diesem Sommer zu seiner Liebslingslektüre, derzeit liegt der Roman „Bauern, Bonzen und Bomben“ in Reichweite. Die Leiterin der Neustrelitzer Stadtbibliothek, Cornelia Bugenings, ist bei der Textauswahl für die Lesung kundig zur Stelle.

Für Lutz Teichfischer als Bürgermeister der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, wo Fallada nach dem Welterfolg seines Romans „Kleiner Mann, was nun?“ von 1933 bis 1945 eine Zuflucht für seine Familie und sein schriftstellerisches Schaffen fand, ist der Autor nicht minder bedeutsam. Dessen einstiges Anwesen in Carwitz ist heute ein überregional anerkanntes und vielbesuchtes Museum, dessen Leiter Stefan Knüppel ebenfalls schon in der VollmOnd-Reihe zu Gast war.